|
Die ersten Lutinos wurden etwa 1993 aus Japan von einem Zierfischgroßhändler nach Europa importiert. Dort sind sie schon länger bekannt, so dass ihre Entstehung wahr- scheinlich in Japan zu suchen ist. Anfangs hielt man sie für Albinos. Erst nach verschie- denen Kreuzungen (Ömer Gülmez und Claus Osche) merkte man, dass es sich um eine andere, neue Grundfarbe handelt, die damit erst einmal namenlos war. Michael Kempkes schlug dann als erster den Namen Lutino vor und auf der letzten Tagung des IKGH (2004) wurde Lutino in den IHS aufgenommen. Der Name Lutino wird aber auch in der Zucht von Ziervögeln (z.B. Wellensittiche) verwendet und bezeichnet eine andere Farbe, deshalb ist die Namensgebung bei den Guppys doch etwas zwiespältig zu betrachten. Im Gegen- satz zu den Albinos, scheinen die Lutinos nicht gänzlich frei von Melanin zu sein. Bei flüchtiger Betrachtung erscheinen die Augen dunkel gefärbt und man kann Lutinos leicht mit blonden Guppys verwechseln. Erst wenn Licht direkt auf die Augen fällt, beobachtet man eine dunkelrote Farbe. Ob es sich um eine echte Farbe handelt oder, ähnlich wie bei den Albinos nur in abgeschwächter Form, die Blutgefäße durchscheinen, wurde noch nicht erörtert. Lutinos sind in Europa immer selten geblieben und werden kaum auf Aus- stellungen gezeigt. Zur Zeit ist mir nur der Züchter Hans Großmann aus Dresden be- kannt, der sich mit dieser Grundfarbe be- schäftigt. Züchterisch bereiteten die Lutinos keine Schwierigkeiten. Es ist deshalb ver- wunderlich, warum sich keine Züchter für diese Grundfarbe finden.
|
|